Kindheit in Kreuzburg

Herkunft - Erinnerungen an Mutter, Vater, Angehörige

Heinz Pionteks Geburtshaus (rechts) -sein erstes Zuhause

Heinz Piontek erzählt in seinem 1984 erschienen autobiographischen Roman „Zeit meines Lebens" von seiner oberschlesischen Heimat, in der er seine Kindheit Schul- und Jugendzeit mit Mutter und Schwester, mit Angehörigen, mit anderen Kindern und Jugendlichen verbringt, bis er, praktisch von der Schulbank weg, als Soldat 1943 eingezogen und  im Krieg dienen muss. Liebevoll, bisweilen in nostalgischem Ton erinnert sich der Autor an seine Kindheit und Jugendzeit.

Geboren wurde Heinz Piontek am 15. November 1925 – nicht ohne Komplikationen, wie er erzählt, als drittes Kind seiner Mutter und genau an dem Tag, an dem sein Großvater, der Vater seiner Mutter, beerdigt werden sollte.
Die Mutter, geborene Marie Seja, einfaches Zimmermädchen auf dem Rittergut Wrzosse, sehnte sich nach einem Leben in der Stadt und heiratete nur wenige Monate nach dem ersten Kennenlernen den Viehhändler und gelernten Fleischer Robert Piontek.
Kreuzburg, Pionteks Geburtsstadt, Eisenbahnknotenpunkt, in unmittelbarer Nähe zur Reichsgrenze gelegen, zählte damals etwa 12000 Einwohner, eine typische Landstadt mit wenig Industrie. An die Umgebung seines Geburtshauses, eines neu errichteten Sechs- Parteien-Hauses, erinnert er sich gerne.

Heinz Piontek verliert seinen erst 37 Jahre alten Vater im Alter von zwei Jahren. Dieser hatte im Ersten Weltkrieg an der Front gedient, erkrankte durch die häufigen Gasangriffe an der Lunge und wurde 1924 wegen Tuberkulose zum Frührentner. Durch diese Krankheit konnte Pionteks Vater nicht mehr arbeiten, er kümmerte sich um die Kinder, bis er am 30.Januar 1928 für alle überraschend verstarb. Heinz Piontek schildert seinen Vater als warmherzigen, feinfühligen Menschen, dem weder Krieg noch Schlachterhandwerk anzusehen waren. Nur zwei Fotos bleiben dem Sohn Heinz von seinem Vater.

Auch sonst hat er nicht viele Erinnerungen an seinen Vater. Der Verlust, anfangs natürlich schmerzhaft, wurde für ihn allmählich erträglicher. Seine Mutter dagegen trauerte eine lange Zeit.

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