Kindheit in Kreuzburg

Kindheit und Schulzeit

Heinz Piontek mit seiner Schwester Ilse vor Wohnhaus, 1932
Wöbritz Oberweiden; vl. Heinz Piontek, Schester Ilse und befreundete Kinder

Heinz Piontek war ein aufgeschlossenes Kind, neugierig und bereits in seiner Kindheit an Geschichten und Märchen sehr interessiert.

Gene erinnert er sich auch an die Zeit mit anderen Kindern aus seiner Nachbarschaft an gemeinsame Spiele, an Glücksgefühle.

Schulzeit und organisierte Jugend

Nach seinem zehnten Geburtstag trat Piontek auf Anraten seiner Schwester freiwillig in das Jungvolk ein, bevor eine staatliche Verordnung ihn ohnehin dazu zwingen würde. Seine Schwester Ilse war bereits im Bund deutscher Mädel.

Piontek musste nun jeden Mittwoch und Samstag um 14 Uhr zum Dienst, von dem er jedoch schon bald wegen seiner Beförderung „Zur besonderen Verwendung“ befreit war. Nun erledigte er hauptsächlich „Laufburschenjobs“ und hatte viel freie Zeit, die er mit Lesen verbrachte.

 

Sehweisen, Wahrnehmungen, Welterfahrung

Besonders stolz ist der Junge Heinz über ein neues Fahrrad; begutachtet nun alles aus einer anderen Perspektive. Auch eine Kollision mit einem Auto, der er nur knapp entgeht, kann ihm nichts anhaben. Vielmehr merkt er, dass auch ein solches Erlebnis seiner Lust am Radfahren nicht schaden kann, was sich auch über die Jahre hinweg nicht ändern würde.
Bei Ausfahrten interessiert ihn die Beschaffenheit verschiedener Böden und die der Häuser, die er vorher noch nie zu sehen bekommen hatte. Vor allem bei den Villen verspürt er das vergangene Leben und wird von ihnen in den Bann gezogen. Auch wenn er nicht genau erklären kann, warum, bleibt diese Art der Faszination auch in den kommenden Jahren in ihm.

 

Schon damals gehörte das Beobachten der Menschen für den 12-jährigen Jungen  zu seinem Alltag.  Er beobachte alles akribisch und beschäftigte sich auch schon zu dieser Zeit  mit seinem Hobby – der Kunst. Er sah Dinge aus anderen Perspektiven und war beeindruckt von malerischen Fertigkeiten.

 

„Mitten in Kreuzburg sah ich mit eigenen Augen Kreuzburg mit anderen Augen. Warum finde ich die Aquarelle so unwahrscheinlich schön, schöner jedenfalls als das, was sie getreu wiedergeben.“ (S.141 Mitte).

 

Heinz Piontek war anders – war nicht der typische Junge mit seinen 12 Jahren. Schon damals setzte er sich mit Dingen auseinander, mit denen sich nicht jedermann auseinandersetzen würde.


„Obgleich ich am Waghalsigen und Verblüffenden Gefallen finde, denke ich doch häufiger darüber nach, warum es Leute gibt, die ein festes Haus, eine unverrückbare, nummerierte Straße, ein Stück eigenen Acker oder einen eigenen Garten verachten und lieber, sich mit der Unsicherheit aussetzend, die Welt durchstreifen.“ (ZmLS.149)

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