Lyrik

Die Furt

Gedichte, Eßlingen 1952 (Bechtle Verlag)

 

Mit dem ersten Band seiner Gedichte betritt Heinz Piontek die Bühne der Nachkriegsliteratur. Der junge Autor findet mit seiner Mischung aus Natur- und Stimmungslyrik begeisterte Zustimmung. Sein Talent, genaue, alltägliche Wahrnehmungen und Beobachtungen mit Seelenvorgängen, existenzialistischen Überlegungen und Fragen kunstvoll zu arrangieren, ist offensichtlich. Dichterkollegen und Kritiker zeigen sich gleichermaßen beeindruckt.

 

"Unter den deutschen Lyrikern der jüngsten Generation ist kaum einer, dem ich so viel Kredit geben würde wie Heinz Piontek." (Hans Egon Holthusen)

 

"Es geschieht selten, daß man dem Erstling eines jungen Autors so spontan seine Zustimmung gibt wie in diesem Falle ... Pionteks Verse bezeugen eine ungewöhnliche Begabung." (Friedrich Rasche, Hannoversehe Presse)

 

"Ich halte Heinz Piontek für eine der wenigen ursprünglichen lyrischen Begabungen." (Oda Schaefer)

Viele Gedichte dieses Debüts sind noch heute in Anthologien und Schulbüchern zu finden.

Seiner Heimatstadt Kreuzburg widmete der Autor das folgende Gedicht, das zugleich eine Grundstimmung in seinem Werk anschlägt.


Kreuzburg
Durch die Erinnerung wachsen
die Weiden am Teich.
Das Bootshaus verfällt.
Im Uferschlamm schwappt der Laich.


Über das Pfarrhaus geschwenkt
des Kirchendachs Schattenriß.
Am Moosgemäuer
wehrte ich Tränen und Bitternis.


Höfe und Stadtrandgebiet,
die sandigen Gärten
in Nesseln und Schutt.
Vergaß ich den Pfiff der Gefährten?


Den Fichtenwipfel strählen
die Schwingen des Sturms.
Im Abendrauch ragt
das Doppeldach des Wasserturms

 

 

 

Rezensionen (Auswahl)

 

Mennemeier, Franz Norbert: Die Natur redet noch durch ihre Dichter; in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Dezember 1952

 

Höllerer, Walter: Zeitgenössische deutsche Lyrik, in: Welt und Wort, Jg.7 (1952) Heft 9, S.303-306 und S.325

 

Krolow, Karl: Junge deutsche Lyrik; in: Sozialdemokratischer Pressedienst / Feuilleton, Nr. F/VIII/82 (30.April 1953), S. 1-2

 

Krolow, Karl: Landschaften des Gedichts, in: Die Neue Zeitung, Nr.130, 6.Juni 1954, S.17

 

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